Im Laufe der Jahre sterben immer mehr Zeugen und Opfer des Holocaust und mit ihnen eine Reihe von kraftvollen Erinnerungen und Berichten über die von den Nazis begangenen Gräueltaten. Die Bewahrung ihrer Geschichten war eine Mission vieler Historiker, Kuratoren und Journalisten. Und jetzt versucht eine Organisation, die Zeugnisse der Überlebenden auf neue Weise am Leben zu erhalten: Hologramme.
Devin Coldewey von HEUTE berichtet über das Projekt New Dimensions for Technology, das von der University of Southern California geleitet wird. Das Projekt zielt darauf ab, „Geschichten fürs Leben nur für die Fragenden zu bewahren“, schreibt Coldewey. Das Projekt beginnt mit einer Reihe von Interviews mit Überlebenden. Sobald die Interviews mit Überlebenden aufgezeichnet sind, werden sie der Öffentlichkeit in einem eindringlichen, interaktiven 3D-Erlebnis zur Verfügung gestellt.
Coldewey erklärt:
Der Geschichtenerzähler sitzt auf einem Stuhl mit einem grünen Bildschirm dahinter und wird von mehr als 50 Kameras beobachtet, die jede Bewegung aus jedem Blickwinkel aufzeichnen. Das resultierende Bild wird auf einem speziellen 3-D-Display ohne Brille angezeigt und so angepasst, dass es aussieht, als ob sich die Person tatsächlich im Raum befindet. Der Betrachter kann einfach seine eigenen Fragen stellen und eine passende Antwort wird ausgewählt und von abgespielt das lebensechte Hologramm.
Das Projekt nutzt nicht nur die neueste Technologie, um Überlebensberichte aufzuzeichnen und zur Verfügung zu stellen, sondern es zielt auch darauf ab, über die traditionellen Überlebensinterviews hinauszugehen. Laut der Projektwebsite werden Forscher einen „Satz neuer Interviewfragen“ verwenden, um Zeugnisse in Zukunft genauso relevant zu machen wie heute.
"Auf der einen Seite erhalten Sie Zugang zu historischen Persönlichkeiten, und auf der anderen Seite können Sie mit Ihren Ururenkelkindern sprechen, als ob Sie wirklich dort wären", sagt der Historiker Steve Smith gegenüber Coldewey.
Wie Joanna Berendt von der New York Times berichtet, wird das „fortschreitende Alter der Überlebenden“ im Laufe der Jahre für viele immer wichtiger. Es ist jedoch schwierig abzuschätzen, wie viele Überlebende noch leben. Das US-Holocaust-Museum hat ein freiwilliges Register, in dem etwa 195.000 Überlebende in Amerika und Kanada registriert sind. Es ist jedoch ungewiss, wie viele jedes Jahr sterben. Dieses Projekt hofft, noch einige dieser Geschichten festhalten zu können, bevor ihre Erzähler verschwunden sind.