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Frühe Bogen und Pfeile bieten Einblick in die Ursprünge des menschlichen Intellekts

Pfeil und Bogen ist eine uralte Waffe - eine in Nature veröffentlichte Studie geht auf mindestens 71.000 Jahre zurück. Archäologen, die an der südafrikanischen Pinnacle Point-Höhle arbeiteten, entdeckten eine Ansammlung kleiner Klingen, die etwa einen Zentimeter groß waren und Pfeilspitzen ähnelten, die wahrscheinlich prähistorischen Pfeil- und Bogenschützen oder Speerwerfern gehörten. Die Entdeckung sei ein weiterer Beweis dafür, dass der Mensch ( Homo sapiens ) schon früh in seiner Entwicklung begonnen habe, sich wie moderne Menschen zu verhalten und zu denken.

Die Skelette von H. sapiens tauchen vor etwa 200.000 Jahren in Afrika im Fossilienbestand auf. Doch wann moderne Kultur und Erkenntnis aufkamen, ist immer noch eine offene Frage. Einige Anthropologen glauben, dass sich das menschliche Gehirn zusammen mit dem Rest des Körpers entwickelt hat und dass sich die Kultur im Laufe der Zeit mit fortschreitender Technologie langsam aufbaut. Andere haben vermutet, dass es eine Trennung zwischen physischer und verhaltensbezogener Moderne gab, wobei eine Art genetische Mutation vor ungefähr 40.000 Jahren eine plötzliche Veränderung in der Art und Weise verursachte, wie Menschen denken. Wieder andere Forscher argumentieren, dass beginnende Anzeichen eines fortgeschrittenen Intellekts früh in der archäologischen Aufzeichnung erscheinen, aber dann für Tausende von Jahren verschwinden, bevor sie wieder auftauchen. Über dieses Thema wird natürlich viel diskutiert. (Eine ausführliche Diskussion zu diesem Thema finden Sie in der Geschichte, die ich im Juni für Smithsonian.com geschrieben habe.)

Kyle Brown von der Universität von Kapstadt und seine Kollegen sagen, die winzigen Klingen, die sie gefunden haben, sind Anzeichen für einen komplexen Werkzeugbau. Die winzigen Werkzeuge bestanden aus Betonsteinen, die die Menschen über einem Feuer erhitzt hatten, um die Arbeit mit dem Rohmaterial zu erleichtern, bevor der Stein in Klingen zersplittert wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Menschen einen langen mehrstufigen Prozess durchlaufen mussten, um die Klingen herzustellen. Dazu gehörten das Sammeln der Steine, das Sammeln von Brennstoff für das Feuer, das Erhitzen der Steine ​​und das sorgfältige Schneiden des Steins in zarte Klingen. Die Form der Klingen ähnelt der Form der Pfeilspitzen in neueren Pfeilen, was Brown und Kollegen zu dem Schluss führte, dass die Klingen in Pfeil-Bogen-Projektilwaffen verwendet wurden. Dies impliziert, dass der Werkzeugbau noch mehr Schritte erfordert, wie z. B. das Anbringen der Steinspitzen an einem Holzschaft.

Die Klingen sind nicht der einzige Beweis dafür, dass der Mensch bereits vor 71.000 Jahren über fortgeschrittene kognitive Fähigkeiten verfügte. Pigmente, Schmuck und andere Kunstgegenstände, die vor 164.000 Jahren in südafrikanischen Höhlen gefunden wurden, lassen vermuten, dass die frühen Menschen zu abstraktem oder symbolischem Denken fähig waren. Einige Forscher betrachten diese Fähigkeit als zentral für den menschlichen Intellekt.

Die neue Studie geht jedoch noch einen Schritt weiter. Die Forscher sagen, dass die Klingen in einem geologischen Abschnitt von Pinnacle Point gefunden wurden, der sich über ungefähr 11.000 Jahre erstreckt (vor 71.000 bis 60.000 Jahren), was darauf hinweist, dass Menschen komplizierte Anweisungen zum Bau komplizierter Werkzeuge über Hunderte von Generationen hinweg kommunizieren können. Dieses Beispiel der langfristigen Aufrechterhaltung einer kulturellen Tradition zu Beginn der Menschheitsgeschichte ist ein Beweis dafür, dass die Fähigkeit zur modernen Kultur früh begann und sich langsam aufbaute, sagen Brown und Kollegen. Frühere Vorschläge, wonach komplexe Kultur in den Anfängen des Menschen entstanden und vergangen sei, seien wahrscheinlich künstlich, weil so wenige afrikanische Stätten bisher ausgegraben worden seien.

Frühe Bogen und Pfeile bieten Einblick in die Ursprünge des menschlichen Intellekts