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Der Kartenkatalog ist offiziell tot

Es ist lange her, dass die meisten Bibliotheken mit Kartenkatalogen gefüllt waren - Schubladen über Schubladen von Papierkarten mit Informationen über Bücher. Aber jetzt hat die Todesstrafe des altmodischen Referenzsystems endgültig Einzug gehalten: Die Bibliotheksgenossenschaft, die Katalogkarten gedruckt und zur Verfügung gestellt hat, kündigt offiziell die altmodische Technologie.

Die Nachrichten kommen über das Online Computer Library Center (OCLC). Die Genossenschaft, die 1971 das weltweit erste gemeinsam genutzte Online-Katalogsystem schuf, ermöglichte es den Bibliotheken, individuell gedruckte Karten zu bestellen, die dann in ihre eigenen analogen Katalogsysteme eingegeben werden konnten. Jetzt, sagt OCLC, ist es an der Zeit, ein „weitgehend symbolisches“ System zu entwickeln, das es längst noch nicht geschafft hat, sich auszuruhen.

„Kataloge für gedruckte Bibliotheken dienten mehr als 100 Jahre lang einem nützlichen Zweck und machten es einfach, Ressourcen innerhalb der Wände der physischen Bibliothek zu finden“, sagte Skip Prichard, CEO von OCLC, in einem Blogbeitrag. Dank umfassender, Cloud-basierter Kataloge wie WorldCat von OCLC, die Bibliotheken zur Verfügung stehen, sind keine Karten mehr erforderlich.

Katalogkarten wurden nicht immer gedruckt: Tatsächlich war gute Handschrift eine Schlüsselkompetenz für Bibliothekare. In einem Handbuch für Kartenkataloge von 1898 gab Melvil Dewey sogar Anweisungen, welche Arten von Kursiven von Katalogisierern auf handgeschriebenen Karten verwendet werden sollten. "Lesbarkeit ist das Hauptaugenmerk", schrieb er. „Geschickte Schriftsteller erreichen eine angemessene Geschwindigkeit, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Die Zeit des Schriftstellers ist jedoch im Vergleich zu der des Lesers von geringer Bedeutung. “

Der offizielle Tod der Katalogkarte wurde im OCLC-Hauptquartier von etwa einem Dutzend Arbeitern beobachtet, schreibt Dan Gearino für The Columbus Dispatch. Die Organisation, die satte 1, 9 Milliarden Karten gedruckt hat, schickte ihre letzte Lieferung an eine Bibliothek am Concordia College in Bronxville, New York. Aber denken Sie nicht, dass das College der letzte Treffpunkt in einer analogen Bibliothekswelt ist - in der Tat, schreibt Gearino, verwendet die Bibliothek der Schule ihren Kartenkatalog nur als Backup für ihren computergestützten.

Der Kartenkatalog ist offiziell tot